Sonntag, 17. Dezember 2017

HOMÖOPATHISCHE ERSTVERSCHLIMMERUNG, gibts das eigentlich?

DIE HOMÖOPATHISCHE ERSTVERSCHLIMMERUNG
von Dr. Diwan Harish *CHAND.

Die Meinungen um die sogenannte Erstverschlimmerung waren von jeher geteilt. Vielfach wird
- und das gilt besonders für Kranke, die sich eingehender mit der Theorie der Homöopathie befasst haben -
sogar eine Art 
ERWARTUNGSNEUROSE für die Erstverschlimmerung erzeugt. 
Der Verfasser glaubt, dass sie objektiv bedeutend geringer stattfindet als allgemein angegeben wird.
Es sind auch Erstverschlimmerungen nach Placebo ermittelt worden. 
In manchen Fallen dürften auch  regelrechte Arzneiwirkungsbilder nach zu starker langer Dosierung als Erstverschlimmerung gedeutet worden sein.
Sollte nach anfänglicher Besserung jedoch eine Verschlimmerung eintreten, ist diese prognostisch immer von schlechter Bedeutung. 

James Tylor KENT glaubt, dass, wenn eine chronische Erkrankung nicht zu Gewebsveränderungen führt, es überhaupt nicht zu Erstverschlimmerungern komme. 

Wenn überhaupt, zeigt sich die Erstverschlimmerung immer schon binnen kurzem.  

Journal of the American Institute of Homoeopathy Juni 1977 aus Zeitschrift für klassische Homöopathie s 77

17.12.2017 Ich habe gestern beim durchsehen vergangener AufzeichnungsSammlungen zu homöopathischen Themen die vorgehende Übersetzung aus dem Journal of the American Institute of Homoeopathy Juni 1977gefunden. 

Sie entspricht meinen Erfahrungen aus 45jähriger homöp. Praxis. 

Etwa die ersten 25 Jahre -also bis ca 2000 gab es kaum mal Hinweise und Aussagen zur sogenannten Erstverschlimmerung. 
Danach allerdings häuften sich die Mitteilungen besonders von Leuten, die belesen in Homopathie waren und beeindruckt von der Möglichkeit solcher Phänomene.
Wahr ist allerdings, dass die Menschen empfindlicher geworden sind, Allergischer vor allem (wir sind nur noch von Plastik und immer neuartigerer Chemie, Elektronik und Strahlungen umgeben aber wir sind selbst noch nicht zu Plastik geworden.....das ist das Problem). 
Erwartungsneurosen werden auch durch die Vielzahl von Äußerungen inkompetenter Leute im Internet verbreitet.

Für besonders schlimm allerdings und 
NOCEBOEFFEKT-ERZEUGEND 
halte ich die leider vorgeschriebenen 
BEIPACKZETTEL zu apothekenpflichtiger homöopathischer Medizin. 

Dort wird deutlich darauf hingewiesen, dass es während der Einnahme zu ERSTVERSCHLIMMERUNGEN kommen kann. 

Da wird einem schnell klar, dass es nun bei VIELEN! zu irgendwelchen Phänomenen kommt die dann als Erstverschlimmung angesehen und empfunden werden. 
Wieso es zu solchen offiziellen und sogar gesetzlich untermauerten Richtlinien kommt unter extremer Missachtung der menschlichen Phantasie und Vorstellungskräfte, welche von der Psyche zum Körper hin direkte Weichen zu Krankheit oder Gesundheit stellen, ist mir unerfindlich. 

Wir müssen nun erst mal zurück zu Hahnemann gehen, der den Begriff der Erstverschlimmerung aus den folgenden Gründen wählte: 
Als Hahnemann 1797 noch starke Gaben verwendete, kam es bei Symptomenähnlichkeit zwischen Krankheit und Arzneimittel häufig zu Verschimmerungsreaktionen, sodass er sich veranlasst sah, die Mittel immer mehr zu verdünnen, bis es eben nicht mehr zu diesen unangenehmen Reaktionen kam. 
Aus dieser Erkenntis entstand dann auch die Verwendung immer höherer Potenzen und zwar deshalb, da Hahnemann feststellte, das diese -bei genügender Homöopathizität, also Symptomenähnlichkeit nicht aufhörten zu wirken sondern immer besser wirkten. 
Ich muss sagen 
EXTREM WICHTIGE, GENIALE UND BRAUCHBARE BEOBACHTUNG!!! 
Heute wissen wir, das es keine höchste Potenz gibt die ohne Wirkung wäre. (Wir können es also soweit treiben wie wir wollen, haha)

Abschließend möchte ich zum 
ERST-VERSCHLIMMERUNGS-THEMA folgendes sagen: 

Wenn wir sie erwarten werden sie auch kommen. 
Wenn wir sie nicht erwarten, werden wir sie extrem selten erleben und dann auch ganz klar nachvollziehen können. 

Ich habe an meinem Körper NIE eine Erstverschlimmerung erlebt, worauf danach die Heilung eingesetzt hätte. Jedoch bekam ich zwei mal eine Unverträglichkeitsreaktion, einmal nach Mercurius solubilis Q4 , worauf unmittelbar Speichelfluss für mehrere Stunden erzeugt wurde, also ein Prüfungssymptom. Ein anders Mal nahm ich bei einem grippalen Fieberinfekt mit sinusitaler Entzündung Hepar sulfuris C 200 von Dunham und bekam unmittelbar danach einen Schwächeanfall, wurde eiskalt trotz Wärmflasche im Bett mit zittern, schaudern und Hautempfindlichkeit was auch nach Silicea als Antidot nicht wegging und mich einige Stunden gefangen hielt ohne anschließende Besserung. 

ICH HABE IM LAUFE MEINER LEBENSZEIT als Homöopath sehr viele HOMÖOPATHISCHE MITTEL EINGENOMMEN und in sehr UNTERSCHIEDLICHEN POTENZEN von den tiefsten bis zur höchsten und nur in den beiden genannten Fällen eine etwas unangenehme Reaktion erlebt.
Wenn es aber nach den Regeln der Homöopathie passte, wenn es die homöopathischen Bedingungen erfüllte, war die Wirkung ungewöhnlich schnell und ohne Nebenerscheinungen eingetreten und das erlebe ich genau so bei meinen Patienten.

*Dr Diwan Harish Chand gehörte zu den angesehensten Homöopathen der Welt. Er verstarb 2011 mit 87 Jahren . http://www.homoeopathyforall.com/articles/200010-17_the-living-legend-of-homoeopathy-dr-diwan-harish-chand_page-01.php

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